Kunstausstellung -
Angela Lohre

Ausstellung im Deutschen Höhlenmuseum Iserlohn
17.03. - 05.07.2012



Wässrige Höhle
Mit Hilfe einer topographischen Karte als Anhaltspunkt durch dornige Sträucher gequält, über spitze Felsen geklettert mit schwerem und unhandlichen Gepäck auf dem Rücken, schwitzend bei 30 Grad. Dann endlich ein kleines, enges unscheinbares Loch im Boden, aus dem kalte und modrige Luft strömt. Das ist sie, die gesuchte Höhle. Rein in den steifen Overall, Helm an, Lampe überprüft, Seil und Aluleiter samt Klettergurt und Karabiner im Gepäcksack und ab auf den Bauch um in die Höhle einzufahren. Wie kann man sich das nur antun?

Höhlen sind gewöhnlich rattig eng, extrem unbequem, dreckig, nass und kalt- und nicht ungefährlich. So sind Schächte, die ich in die Tiefe fahren muss ein Albtraum für mich- weil ich auch wieder aus der Tiefe zurück muss an die Oberfläche.

Aber trotzdem- immer wieder rein und staunen!
Die Befahrungsbedingungen sind nicht optimal- aber dies wird vergessen, wenn der Strahl der Karbidlampe auf die hohen Wände und die gewölbte Decke fällt. Zauberhafte, fragile, glitzernde Gebilde, die in jahrtausendealter Dunkelheit darauf warten, daß der Strahl einer Beleuchtung auf sie fällt- nur kurz- um dann wieder in ewige Dunkelheit zu verschwinden.

Diese versteckte Unterwelt, die nur unter enormen Mühen zu erobern ist, hat mich seit langer Zeit magisch angezogen. Hier entdecke ich staunend vielfältige Formen in einer seltsamen fremden Gesetzen folgenden Anordnung, wie sie sich ein Mensch kaum ausdenken kann.


Wohnetagen
In den letzten Jahren habe ich meine ungewöhnliche Obsession erweitert auf Höhlenhabitate und unterirdische Steinbrüche.

In meiner Malerei versuche ich diese Eindrücke und die dabei entstehenden Emotionen in eine mir entsprechende Bildsprache umzusetzen. Eine große Rolle spielt dabei das Licht. Hier ist der Eingang bzw. der Ausgang einer Höhle bedeutsam für mich. Hier ist der Schnittpunkt zweier Welten- Dunkelheit und Helligkeit- Feindlichkeit und Geborgenheit. In der Höhle dann nur sporadische Beleuchtung mit großartiger Schattenbildung, aber auch geheimnisvolle Nischen, die nicht ausgeleuchtet sind. Angst und überschäumende Freude liegen nebeneinander. Diesen Dualismus muss ich aushalten !

Angela Lohre (Jahrgang 1945) wurde völlig unbedarft in den Achtzigern im Urlaub in eine Höhle herabgelassen und ist seitdem fasziniert von der Unterwelt. Diese besteht nicht nur aus Höhlen. Auch Bergwerke, Stollen, Steinbrü,che und Höhlenwohnungen gehören dazu. Sie hat sich folgerichtig den Höhlenforschern angeschlossen und in den folgenden Jahren - in moderatem Maße - die Unterwelt befahren. Während ihrer Berufstätigkeit als Sonderschullehrerin hat sie auch ihre Schüler mit dem Virus angesteckt und mit ihnen viele Exkursionen in Höhlengebiete gemacht.
Schon nach kurzer Zeit verspürte sie den Drang, ihre Erlebnisse und Emotionen bildnerisch festzuhalten, zuerst in Form von Seidenmalerei, mittlerweile ausgeklügelt in 3D-Form. Bei diesen Bildern spielt das Licht, welches auf die Bilder fällt, eine entscheidende Rolle, wie dies auch in der Höhle der Fall ist. Je nach Richtungswechsel der Beleuchtung werden andere Teile des Bildes plastisch hervorgehoben oder verschwinden im Dunkel.
Angela Lohre hat in den letzten Jahren hauptsächlich mit französischen Höhlen Kontakt und berichtet in ihrer Ausstellung in Iserlohn-Letmathe davon. Einige Bilder sind eine special edition für die Höhlenforscher und behandeln die Auseinandersetzung zwischen Höhlenraum und Forscher.




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